Caspar Einem 1948 – 2021

Caspar Einem entstammt dem Geschlecht derer von Einem und war der Sohn des Komponisten Gottfried von Einem. Caspar Einem starb Anfang September 2021 74-jährig, er war verwitwet und Vater eines Sohnes.

Caspar Einem wenige Tage vor seinem Tod als Teilnehmer beim Forum Aplbach

Mit Bildung der Koalition von SPÖ und ÖVP im November 1994 wurde Einem zunächst Staatssekretär im Bundeskanzleramt bei Bundeskanzler Franz Vranitzky und war dort unter anderem für den öffentlichen Dienst zuständig. Ab April 1995 war er Bundesminister für Inneres, anschließend in der Bundesregierung Klima (SPÖ/ÖVP) bis Februar 2000 Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr. Einem legte mit 31. Oktober 2007 sein Abgeordnetenmandat im Nationalrat zurück und erklärte, dass er sich aus allen politischen Funktionen zurückziehen werde.

Unser Verband berichtete im Jahr 1999 in Zusammenhang mit der Problematik zum Parkausweis nach §29b der STVO. Dabei kam es zu einigen parlamentarischen Anfragen. Dazu ein Auszug aus der Parlamentskorrespondenz:
Schreiben des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr Dr. Caspar Einem an den Präsidenten des Nationalrates Dr. Heinz Fischer zu der Anfrage des Abgeordneten Mag. Thomas Barmüller: “Vorweg erlaube ich mir zu den Fragepunkten 1 bis 5 festzuhalten, dass aufgrund der österreichischen Bundesverfassung der Gesetzgeber in Angelegenheiten der Straßenpolizei dem Bund und die Vollziehung den Ländern obliegt. Bei der Vergabe von Behindertenausweisen sowie bei der Schaffung von Behindertenparkplätzen sind zudem in der Regel jeweils unterschiedliche Landesbehörden zuständig. Aus diesem Grund liegen mir keine Statistiken über genaue Vollziehungstätigkeiten vor. Aufgrund Ihrer Anfrage habe ich jedoch die Landesregierungen um Auskunft ersucht. Trotzdem war es hinsichtlich einiger Fragen nicht möglich, konkrete Zahlen zu erheben, da selbst die erstinstanzlichen Behörden über bestimmte Tatsachen keine Aufzeichnungen führen; ich darf hinzu auf die Antworten zu den einzelnen Fragen verweisen.”

Mit ähnlich klaren Aussagen lebte und lebt die unendliche Geschichte “Behindertenparkplatz nach §29b der Straßenverkehrsordnung”. Arbeitskreise, Evaluierungsteams, Untergruppen zur Erfassung der Ist-Zustände usw. liefern zwar keine konkreten Ergebnisse, sind aber langlebig und es ist anzunehmen, dass dieses Thema noch viele weitere Menschen überleben wird.