Ilse wurde am 29. Dezember 1925 in Graz geboren und erkrankte 1953 an Polio. Sie verbrachte lange Zeit in der Nervenklinik Graz, anschließend sechs Monate im RZ Tobelbad und ein Jahr später absolvierte sie nochmals drei Monate ein Wiederholungstraining, ebenfalls in Tobelbad. Nach der Reha übte sie weiter ihren Beruf als Hauswirtschaftslehrerin im Schuldienst aus. Sie war seit 1958 Mitglied des Verbandes und gehörte zu den Gründungsmitgliedern.

Ilse war schon vor Ihrer Erkrankung sehr sportlich, was lag also näher, als weiterhin – trotz ihrer Erkrankung – sportlich aktiv zu sein. Vor allem Schwimmen und Tischtennis hatten es ihr angetan.

Sie nahm an vier Paralympischen Spielen teil und gewann mehrfach Medaillen.

  • Gold und Silber in Rom
  • Silber in Israel
  • Gold und Silber in Heidelberg
  • Silber im Team in Toronto

Außerdem bestach sie immer mit großartigen Leistungen in nationalen und internationalen Sportfesten z.B. in Brüssel, Berlin und Stoke Mandeville. Für ihre Erfolge erhielt sie das Goldene und das Silberne Sportehrenzeichen des Landes Steiermark.

Trotz ihrer damals 91 Jahre nahm Ilse an der Generalversammlung 2017 teil und bekam dort als ältestes Mitglied des VQÖ den Albert Wöhrer-Gedenkpreis in Form einer Urkunde und eines kleinen Golddukaten überreicht.

Zuletzt lebte sie mit einer 24-Stunden-Pflegerin in ihrer Wohnung, war trotz ihres hohen Alters noch immer am Tagesgeschehen interessiert, pflegte gute Freundschaften, fuhr mit ihrem E-Rollstuhl selbständig einkaufen und tätigte Bank- und Postgeschäfte. Sie lebte einfach gerne, plante ihre Aktivitäten und freute sich bis zum Schluss über jeden gelungenen Tag.

Am 22. Juni 2021 hat sie ihre Ruhe gefunden. Sie hinterlässt eine Tochter und zwei Enkelkinder, denen unser tiefstes Mitgefühl gilt.

Ilse Scharf war eine Frau voll Tatendrang, sportlich sehr erfolgreich und für uns alle in jeder Hinsicht ein Vorbild. Wir sind unendlich traurig und werden sie sehr vermissen.