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Paralympicsieger Georg Tischler nimmt Abschied vom Behindertensport

(von Fritz Gardavsky)

Ende Oktober 2018 gab unser Mitglied Georg Tischler in einer Presseaussendung seinen Rücktritt vom Behindertensport bekannt. Unmittelbarer Anlass war die Tatsache, dass Georgs Paradedisziplin Kugelstoßen aus dem offiziellen Programm bei Weltmeisterschaften gestrichen wurde. Einen Umstieg auf die Disziplin Speerwerfen wäre zu aufwendig gewesen.

(c) ORF
Georg Tischler in seinem Traingsraum in Gols

Neben den Erfolgen im sportlichen Bereich ginge es dem Golser aber auch immer um faire Wettkämpfe: „Ständige Reglementänderungen und Wettkämpfe mit Punktewertungen zusammengelegter Schadensklassen lassen keine fairen Wettkämpfe mehr zu,“ beklagt der 57-Jährige.

Ein Mopedunfall im Jahr 1977 brachte Georg Tischler in die „Familie der Querschnittgelähmten“. 1978 trat er dem VQÖ bei.

Georg Tischler: „Nach meinem Unfall hat es einige Zeit gedauert, bis ich mich, meinen neuen Körper akzeptieren konnte. Ich hab immer wieder Herausforderungen gesucht, bin dann zum Behindertensport gekommen und es hat mir getaugt, mich zu fordern, mich zu schinden, mich zu fühlen.“

Georg Tischler mit der Goldmedaille Athen 2004

Georg wurde sehr rasch ein erfolgreicher Vorzeigesportler, für den tägliches intensives Training zur Selbstverständlichkeit wurden. In seinem Trainingsraum zu Hause in Gols hat er sich stundenlang auf seine Wettkämpfe vorbereitet. Aber auch das hat jetzt ein Ende.

Bei den Paralympischen Spielen 2004 in Griechenland gewann Georg die Goldmedaille im Kugelstoßen. Mit einer Weite von 10,32 m war er damit auch Weltrekordhalter. Seine Erinnerungen an Athen: „Die Vorbereitung war sehr intensiv, alles, was wir 1000 Mal geprobt, geübt, mental durchgespielt haben, ist in Athen aufgegangen. Es war ein Wahnsinn.“

Sammlung der Trophäen und Medaiillen

Was bleibt ist die Erinnerung an viele Erfolge, ebenso anstrengende wie schöne Jahre und eine umfangreiche Medaillensammlung. Nach der Spitzensportkarriere hat nun Georg Tischler mehr Zeit für seine Familie, insbesondere für seinen sechsjährigen Sohn Lukas.

Der Verband gratuliert Georg Tischler zu seinen herausragenden Leistungen als Spitzensportler und wünscht alles Gute für das Leben „nach der Karriere“.

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