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Rovinj – immer einen Reha-Aufenthalt wert

Reha-Aufenthalt in Rovinj von 7. bis 28. Juni 2018

(Bericht von Traude Geiger)

Rovinj ist ein romantisches Städtchen an der Westküste Istriens und ein schöner Urlaubsort Kroatiens. Die idyllische Altstadt, die ursprünglich auf einer kleinen Insel erbaut wurde, hat viele schmale Häuser und enge Gassen. Sie wurde erst im 18.Jhd. mit dem Festland verbunden. Das angenehme mediterrane Klima, die Sauberkeit auf den Straßen, die Sehenswürdigkeiten und die freundlichen Einwohner zeichnen das malerische Städtchen aus. Die Kirche auf dem Hügel der Halbinsel, der Heiligen Euphemia geweiht, ist für Rollis leider nicht gut befahrbar.
Im Reha-Zentrum Bolnica, 2 km nördlich von Rovinj, wo wir untergebracht waren, wird jedes Jahr etwas erneuert, dazu gebaut oder verbessert.

Beim morgendlichen Schnaufen
Beim morgendlichen Schnaufen

Unser tägliches morgendliches Schnaufen (Gymnastik) konnten wir in frischer Meeres- und Waldluft (bis auf drei Mal bei Regen im Hausflur) ausüben. Je nach Bedarf wurden wir von Physiotherapeuten behandelt, zur Auswahl standen Massagen, Ultraschall, MotoMed, Gewicht heben, Elektrobehandlungen etc.
Da heuer das Meerwasser schon sehr warm war, wurde der Badebetrieb bereits am ersten Samstag eröffnet, so früh wie noch nie. Die Rollstuhlfahrer wurden mit einer fahrbaren Liege ins Meer gefahren, auf einer zweiten Rampe konnten die Patienten mit einem Rollstuhl ins Meer gebracht werden. Viele von unserer Gruppe genossen diese Möglichkeit im warmen Meer zu schwimmen sehr.
Sonntags nach der Heiligen Messe waren die Teilnehmer zum Pfarrcafé eingeladen, bei dem Georg Leitinger mit seiner Harmonika spielte und für gute Unterhaltung sorgte. Nach dem Abendessen ging man gerne zu einer nahegelegenen Eisdiele oder direkt in die Stadt, ca. 30 Minuten entfernt, und genoss viele verschiedene Eissorten oder einen kühlen Drink.
Im Franziskanerkloster hatten wir die Gelegenheit, den Chor Rubino bei einem Konzert anzuhören. Dieser Chor sang eine Woche später auch auf einem öffentlichen Platz nahe dem Kloster. Auf dem Hauptplatz hingegen tanzten viele Paare im sinnlichem Salsa-Rhythmus. Bei einem abendlichen Spaziergang, nicht weit von unserer Unterkunft entfernt, konnten wir an der Beach-Bar von Porton Biondi auch die Lieder einer britischen Sängerin hören. Sophie Ellis-Bextor ist bei uns jedoch nicht so bekannt, aber ihre Lieder sind sehr schön.
Heidi und Peter Resch luden zu einer steirischen Jause und steirischem Wein auf der Terrasse zu einem gemütlichen Abend ein.

Beim Boccia-Turnier
Beim Boccia-Turnier

Großen Spaß hatten wir auch beim Boccia-Spiel. Mentl, unser Schiedsrichter, war sehr bedacht auf Genauigkeit. Rudi und Richard waren mit dem Maßstab unterwegs,um zentimetergenau nach zu messen. Heidi machte das mit Schuh und Fingermaß. Natürlich gab es auch kleine Preise, daher wollte jeder der Beste sein.

 

 

 

Bronzerelief von Pula
Bronzerelief von Pula

An einem Samstag, da an diesem Tag keine Therapien stattfanden, machten Martha und Ernst, Michaela und Richard sowie Rudi und ich einen Ausflug nach Pula mit unseren Autos. Martha, die die Stadt schon kannte, machte für uns den Reiseführer. Sie zeigte uns bei einem Rundgang viele Sehenswürdigkeiten, wie das große Amphitheater, wo heute noch Veranstaltungen stattfinden, den Augustus-Tempel, den Sergierbogen, den Fischmarkt usw. Wir schlenderten gemütlich durch die Fußgängerzone mit den hübschen Geschäften und stärkten uns mittags in einem schattigen Restaurant nahe der Altstadt. Sehr beeindruckt haben mich auch die vielen Behindertenparkplätze für Autos, welche fast bei jeder dritten Straße vorhanden waren.

Im Botanischen Garten auf der Insel Brijuni
Im Botanischen Garten auf der Insel Brijuni

Bei einem gemeinsamen Ausflug fast aller Reha-Teilnehmer mit dem Autobus der Reha-Anstalt, in dem zehn Rollstühle Platz hatten, fuhren wir nach Fazana, einem kleinen Fischerort. Mit dem Schiff setzten wir zum Nationalpark Brijuni über. Auf der einzigartigen Inselgruppe haben Römer Villen, Paläste und Festungen erbaut. Der Ex-Präsident vom ehemaligen Jugoslawien, Josip Broz Tito, hatte dort seine Residenz. Viele Staatsoberhäupter wie Winston Churchill und Fidel Castro, aber auch Filmschauspieler wie Elisabeth Taylor oder Sophia Loren waren seine Gäste. Im Museum sind viele exotische Tiere aus allen Erdteilen zu bestaunen. Mit der Inselbahn besichtigten wir den Safaripark mit vielen Tieren und alten Steineichen. Es gibt dort einen 1600 Jahre alten Olivenbaum aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. zu bewundern. Wir besichtigten noch eine kleine Kirche und den botanischen Garten mit vielen seltenen und exotischen Pflanzen und anderen Naturschönheiten.
Den Abschlussabend genossen wir bei gutem Essen im Restaurant Porton Biondi, dieses Mal jedoch nicht auf der Terrasse mit der wunderbaren Aussicht, sondern im urigen Lokal, da es an diesem Tag wegen Regens stark abgekühlt hatte.
Manfred Schweizer überließ die Führung der Gruppe ab heuer Martha Preisinger und Georg Steiner. Damit hat er würdige und gute Nachfolger gefunden. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

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