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Teilnehmende VQÖ-Mitglieder

Die paralympischen Spiele 2016 in Rio rücken näher, in vielen Ländern wird noch um die Qualifikation gekämpft.
In Österreich stehen 26 behinderte Sportler als Teilnehmer fest.
Sechs Mitglieder unseres Verbandes sind derzeit für Rio qualifiziert, wir wollen diese Athleten hier ein wenig vorstellen.


Walter Ablinger

Walter Ablinger ist gelernter Zimmerer. Nach seiner Gesellenprüfung im Jahre 1987 diente er von 1988 bis 1996 als Soldat, vorrangig bei Auslandseinsätzen der UNO in Zypern und Syrien. Anschließend war er wieder als Zimmerer tätig. Am 21. Juni 1999 stürzte Ablinger auf einer Baustelle von einem Gerüst, ist seitdem querschnittgelähmt und sitzt seitdem im Rollstuhl. 2001 machte Ablinger eine Umschulung zum Bürokaufmann. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern.

Schon während der Rehabilitation begann Walter Ablinger in der Klinik mit Sport. Hauptsächlich ist er auf dem Handbike aktiv. 2009 und 2010 wurde er österreichischer Staatsmeister im Einzelzeitfahren und 2012 im Straßenrennen. 2011 wurde er Europameister und gewann 2012 den Gesamt-Weltcup. Ebenfalls 2012 startete er bei den Sommer-Paralympics und errang zwei Medaillen: eine Goldmedaille im Straßenrennen sowie eine Silbermedaille im Einzelzeitfahren. 2013 wurde er Weltmeister im Straßenrennen, im Jahr darauf errang er Bronze.


Thomas Frühwirth

Geboren auf einem Bauernhof in Edelsbach bei Feldbach in der Süd-Oststeiermark. Wunderbare Kindheit mit drei Brüdern. Nach der Grundschule Ausbildung zu KFZ- Mechaniker und KFZ- Elektriker. Schon als 6-Jähriger mit dem Moped unterwegs, mit 15 Jahren Zuwendung zum Endurosport. Nach der Lehre 3 Jahre Arbeit bei Steyr-Daimler-Puch in der Entwicklung. Besucht der Abend-HTL für Fahrzeugtechnik. 2001 Wechsel zu KTM-Sportmotorcycles nach Mattighofen (OÖ).

2004 ein „total harmloser“ Motorradunfall – auf einer kerzengeraden Autobahn (80km/h) in Polen, aber wie es so oft der Fall ist, sind die harmlosesten Stürze oft die folgenschwersten. Berührung mit einem Steher der Leitschiene, genau an dessen Stirnseite mit der Folge inkompletter Querschnitt L1.


Egon Kramminger

Durch einen Autounfall in der Nacht zum 9. September 1967 Querschnittlähmung, mit Unterbrechungen acht (!) Jahre in Krankenhäusern und Rehazentren, ungefähr 150 Operationen, unter anderem mit Amputation beider Beine. Sein Lebensmut bleibt ungebrochen. Heute ist er einer der erfolgreichsten Sportler des Landes. Aufgeben gibt‘s nicht. Heute glücklich verheiratet mit der „besten Ehefrau von allen“. Auf seiner Visitkarte steht „Man kann das Glück nicht zwingen, aber einaden.“

Ab 1992 sportliche Erfolge auf internationaler Ebene. In London erlebte Kramminger im August 2012 nach Sydney (2000), Athen (2004) und Peking (2008) seine vierten Paralympics, er ist bereits jetzt für Rio qualifiziert. Seine Medaillensammlung umfasst 42 Gold-, 50 Silber- und 47 Bronzemedaillen.


Nico Langmann

Autounfall im Kindesalter von zwei Jahren, seither auf den Rollstuhl angewiesen. Die bekannte Fernsehmoderatorin Barbara Stöckl ist beeindruckt „von seiner Fröhlichkeit, dem festen Glauben an ein gutes Leben, seiner Lebensfreude“. Matura im Jahr 2015, lange Zeit als Schulsprecher aktiv.

Im Jahr 2007 beginnt Nico mit Rollstuhltennis, Training fünfmal wöchentlich, seit heuer ist er Nummer 1 der österreichischen Rangliste. Zweifacher Junioren-Weltmeister im Doppel, österreichischer Staatsmeister. 2013 erstmals unter den Top 100 der Weltrangliste im Rollstuhltennis, aktuelle Position: 28.

Seine Überlegungen zu den Paralympics in Rio: „Ich bin da ziemlich fad an dem olympischen Gedanken orientiert: Dabei sein ist alles. Ich genieße jeden einzelnen Moment und schaue, was dabei rauskommt. Ich will mir da jetzt auch keine konkreten Ziele stecken. Rio ist ein Meilenstein, auf den ich jetzt acht Jahre lang hingearbeitet habe.“


Martin Legner

Viele Jahre Nummer 1 der Österreichischen Rangliste im Rollstuhltennis, im Jahr 2016 durch Nico Langmann abgelöst. Aktuell Nummer 45 der Weltrangliste. Martin Legner ist verheiratet und hat drei Kinder.

Rio 2016 sind die 7. Paralympischen Spiele, an denen Martin Legner teilnimmt.

  • 1992 erreichte er das Viertelfinale, in dem er Randy Snow unterlag.
  • 1996 zog er im Einzel ins Achtelfinale sowie im Doppel ins Viertelfinale ein.
  • Bei den Spielen 2000 erreichte er im Doppel erneut das Viertelfinale, während er im Einzel beim Spiel um Bronze Kai Schrameyer unterlag.
  • 2004 kam er im Einzel nicht über das Viertelfinale hinaus.
  • 2008 scheiterte er bereits im Achtelfinale.
  • 2012 schied er in der zweiten Runde aus.

Wolfgang Schattauer

Am 30. Juli 1999 war er während des Straßentrainings auf dem Fahrrad in einen Unfall verwickelt; bis heute sind Hergang und weitere Beteiligte ungeklärt. Seitdem querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Ein Jahr nach dem Unfall nahm Schattauer das Training auf dem Handbike auf, im Jahr 2000 nahm er am ersten Marathon teil. Seit 2002 startete er auch auf internationaler Ebene, so 2006 bei den Straßenweltmeisterschaften, bei denen er im Straßenrennen die Goldmedaille und im Einzelzeitfahren die Goldmedaille erringt. Bei den Sommer-Paralympics 2008 in Peking holt er Gold im Einzelzeitfahren, bei den Paralympics 2012 in London jeweils Bronze in Zeitfahren und Straßenrennen. Zudem wurde er von 2007 bis 2013 in Folge jeweils europäischer Meister im Handbiken und 13-mal österreichischer Meister.

1996: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

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