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Brief an die Direktion der Kammerspiele – Manfred Schweizer

Sehr geehrte Direktion!

Meine Frau (Rollstuhlfahrerin) und ich waren gestern zum ersten Mal seit dem Umbau in den Kammerspielen. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, zu der Möglichkeit, die Rollstuhlfahrern nun in den Kammerspielen haben, zu gratulieren und Ihnen dafür zu danken.

Da ich seit 50 Jahren in mehr oder weniger großen Abständen Ihr Haus besuche, weiß ich, was diese Investitionen an Barrierefreiheit bedeuten.

Besonders aufmerksam war Ihr Personal, denn wir wurden bereits beim Seiteneingang abgeholt und ausgesprochen höflich in die rechte Balkonloge begleitet. Jede Frage an die junge Billeteurin wurde kompetent beantwortet!

Seit 54 Jahren (!) arbeite ich in der Behindertenszene und befürchte leider, dass es auch in Ihrem Haus Behinderte geben wird, die irgendwo ein Haar in der Suppe finden werden. Meine Empfehlung in so einem Fall wäre, so eine Kritik einfach zu ignorieren. Die einen wollen unbedingt in das Pausenbuffet, wobei jenes im Eingangsbereich deswegen nicht passt, da man nur Getränke bekommt, die anderen nicht in der letzten Reihe sitzen, etc.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Schweizer
Obmann des Verbandes der Querschnittgelähmten Österreichs

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