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Mädelsurlaub in Paris – mit den Swiss-Tracs auf Entdeckungsreise – Sonja Rindler und Sandra Kaindl

(8. – 14. 09. 2015)

Ein Bericht von Sonja Rindler und Sandra Kaindl

Auf unserem jährlichen Urlaubsplan steht immer auch eine Städtereise. Nachdem wir zwei – Sonja und Sandra, beide Rollstuhlfahrerinnen – letztes Jahr Rom unsicher gemacht hatten, stand heuer PARIS auf dem Programm.

Unsere Hotelauswahl starteten wir übers Internet, zuerst mit den allgemeinen Suchmaschinen und dann über die E-Mail-Adressen der Hotels, um nähere Infos betreffend Rollstuhltauglichkeit einzuholen. Letztendlich entschieden wir uns für das günstige Hotel IBIS Paris Bastille Opera in der Nähe der Bastille Opera im östlichen Teil von Paris mit guter Ausgangslage für viele Sehenswürdigkeiten.

Unsere Flüge wählten wir ab Innsbruck mit Austrian Airlines.

TIPP: Frühzeitiges Buchen von Hotel und Flug, in unserem Fall ca. acht Monate vor Reiseantritt, hat wesentlich zu einem günstigen Preis beigetragen.

Aufgrund eines tollen Ausflugs mit unserem Verein RSCTU (=Rollstuhl-Sport-Club Tirol Unterland) mit Swiss-Tracs im letzten Sommer fassten wir kurzfristig den Entschluss, unsere „Swissis“ nach Paris mitzunehmen (eine wahrlich gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte!) Von der Fluggesellschaft holten wir das schriftliche Okay per E-Mail ein, mit dem Hotel klärten wir die Abstell- und Lademöglichkeiten. Damit war alles geregelt und unserer Reise stand nichts mehr im Wege.

Nachdem wir Gepäck und Reiseschienen sowie die Swissis (am Sperrgutschalter) eingecheckt hatten, verlief der Flug von Innsbruck nach Paris – mit einem kurzen Aufenthalt von 20 Minuten in Wien –problemlos. Am Zielort wurden wir bereits vom dortigen Mobilitätsservice für Behinderte freundlichst in Empfang genommen und begleitet, bis wir unser Gepäck und unsere Swissis wieder bei uns hatten. Sogar ein großes Taxi (Maxi-Cab von G7 Horizon Taxi) war organisiert worden.

Im Hotel wurden wir ebenfalls bereits erwartet und die Swissis bekamen gleich ihr Abstellplatzerl (mit zwei Steckdosen in der Nähe). Eingang, Rezeption, Restaurant und Bar im Hotel Ibis sind barrierefrei, das Zimmer war zwar klein (typisch für Paris), aber für zwei aktive Rollifahrerinnen, wie wir es sind, groß genug. Eine Seite des Bettes war gut mit dem Rollstuhl zugänglich, eine von uns musste über das Fußende ins Bett, was aber auch kein Problem darstellte. Das Bad hingegen war sehr groß, mit einem Duschklappsitz an der Wand und sogar einem Gartenstuhl ausgestattet, beim WC gab es einen Klapp-Haltegriff.

Sonja und Sandra vor dem Eiffelturm
Ein kleiner Überblick über unsere Besichtigungstouren – allesamt mit unseren Swissis:

1. Tag: Place des Vosges – Ile St.-Louis – Ile de la Cité Notre-Dame – Jardin du Luxembourg – über Sorbonne Quartier Latin – Place de la Bastille zurück ins Hotel Ibis.

TIPP: Es gibt viele öffentliche selbstreinigende Toilette-Anlagen (graue Container), die rollstuhlgerecht sind, aber in der Nähe von großen Sehenswürdigkeiten ist leider mit langen Warteschlangen zu rechnen.

Neben Notre-Dame befindet sich ein Krankenhaus („Hotel Dieu“) mit Behindertentoiletten.

2. Tag. Place de la Bastille – entlang des rechten Seine-Ufers zum Eiffelturm – Jardins du Trocadéro – Arc de Triomphe – Champs-Élysées – Place de la Concorde – vorbei am Louvre zurück ins Hotel Ibis.

TIPP: Behindertentoilette auf der Rückseite des Kartenverkaufs Ost beim Eiffelturm (sehr sauber!)

3. Tag: Place de la Republique – vorbei an Gare de l´Est und Gare du Nord – in Montmartre mit dem rollstuhltauglichen Funiculaire (Schrägaufzug) zum Fuße der Basilika Sacre Coeur und dem Place du Tertre (Platz der Künstler).

Vom Funiculaire führt eine Straße bergauf zu Sacre Coeur und Place du Tertre (Kopfsteinpflaster mit vielen Scherben!) – Dank unserer Swissis war dies aber gut zu bewältigen. Sacre Coeur ist aufgrund der vielen Treppen leider nur von außen zu bestaunen.

TIPP: Behindertentoilette gleich links neben dem Ausgang des Funiculaire.

4. Tag: Über Place des Vosges – bei strömenden Regen ins Einkaufszentrum Les Halles (aufgrund der Bauarbeiten sind die meisten Einkaufsmöglichkeiten im 3. Untergeschoss) – Centre Pompidou-Beaubourg – Stravinsky-Brunnen – Hotel de Ville (Rathaus) – patschnass zurück ins Hotel Ibis.

TIPP: Behindertentoiletten im Einkaufszentrum Les Halles.

5. Tag: Mit Regenhäuten und Schirmen gut ausgestattet zum Louvre – Mona Lisa und wir – Jardin des Tuileries – bei Sonnenschein zurück zum Hotel Ibis.

TIPP: Behindertentoiletten im Louvre

Sandra und Sonja vor dem Sacre Coeur
Die sehr angenehme Erfahrung, die wir auf unseren doch sehr ausgedehnten Besichtigungstouren machten: Wir brauchten uns nicht in den Warteschlangen anzustellen und hatten freien Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten.

Unsere Heimreise von Paris über Wien nach Innsbruck gestaltete sich genauso problemlos wie die Hinreise nach Paris.

Unser Fazit: Wir sind begeistert, die Menschen sind uns sehr freundlich und hilfsbereit gegenübergetreten. Etwas Französisch-Kenntnisse waren von Vorteil. Ein letzter Tipp: Paris ist ohne Swissis für RollstuhlfahrerInnen nur erschwert zu bewältigen.

Paris ist jederzeit wieder eine Reise wert!

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