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Mit „Öffis“ von Floridsdorf zum Wiener Westbahnhof – Annemarie Grillenberger

Als eingefleischte (ein wenig masochistisch veranlagte) Autofahrerin will ich es unbedingt wissen: Wie komme ich vom Rande Wiens (21. Wiener Bezirk, Ruthnergasse) mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Westbahnhof? Mit dem Auto zum Bahnhof Siemensstraße – ich gebe zu, ich will nicht bei Wind und Wetter einen Kilometer mit dem Rolli fahren und verzichte auch auf den Autobus, der nur auf Umwegen zum Bahnhof fährt. Mit viel Glück ergattere ich einen Parkplatz und dann geht es über eine ziemlich steile Rampe abwärts zum Lift. Auf dem Bahnsteig bin ich also recht schnell. Aber wo finde ich nun den Fahrkartenautomaten? Ich suche und suche – und finde ihn endlich, allerdings nicht auf dem Bahnsteig, sondern erst, nachdem ich mit dem zweiten Lift wieder talwärts gefahren bin. Und wie bedient man dieses Ding nun? Gott sei Dank habe ich viel Zeit, denn die brauche ich auch 😉

Von Fini Zhanial weiß ich schon, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt, mit dem Rolli von diesem Bahnhof wegzukommen, nämlich mit dem „Wiesel“, der stündlich fährt (in Stoßzeiten halbstündlich). Während des Wartens auf dem zugigen Bahnsteig denke ich mit Wehmut an mein kuschelig warmes Auto, im Zug ist es dann allerdings angenehm warm. Den breiten Spalt zwischen Perron und Zug überwinde ich mit Finis Hilfe, allein wäre ich wahrscheinlich davor zurückgeschreckt. Ein Rollstuhl-WC gibt es hier auch, leider wird es von allen Fahrgästen benützt, da ein Euro-Schloss fehlt.

Fini und ich nehmen die Gelegenheit wahr, den Westbahnhof und den neuen Hauptbahnhof zu inspizieren und sind begeistert. Wer braucht noch ein Einkaufszentrum? Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und wahrscheinlich noch mehr (das herauszufinden, fehlt uns aber die Zeit). Mit den U-Bahn-Linien 3 und 6 zu fahren, ist kein Problem, es gibt überall Lifte und Rollstuhl-Toiletten, leider aber auch teilweise sehr unangenehme Zeitgenossen unter den Fahrgästen.

Fazit: Sollte ich irgendwann einmal kein Auto haben, weiß ich, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien zwar noch keine perfekte, aber doch recht gute Alternative sind. Verwöhnt wie ich nach 25 Jahren Rollstuhl- und Auto-Dasein allerdings bin, sage ich trotzdem: Lieber Gott, lass mir mein Auto, dafür verzichte ich auch gerne auf ein paar Klamotten, versprochen!!!

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