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2. Kongress – 18. bis 20. April 2007 – Lobbach, Deutschland

ESCIF – Jahreskongress 2007, in Lobbach, Deutschland – Ernährung – Kreativität – Körperbewusstsein

(Von Ing. Hannes Wiesinger)

In der Zeit von Mittwoch, den 18. April bis Freitag, den 20. April 2007 fanden der 3. Kongress und die 1. Generalversammlung der ESCIF (European Spinal Cord Injury Federation – dem Europäischen Verband der Querschnittgelähmten) statt.

Veranstaltungsort war die Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach, ca. 25 km östlich von Heidelberg in Deutschland. 41 Personen aus 16 Mitgliedsländern nahmen teil. Ich war vom Vorstand des VQÖ dazu delegiert worden.

Thema des Kongresses
Ernährung – Kreativität – Körperbewusstsein„.

Am ersten Tag war Folgendes auf dem Programm:
Begrüßung durch Dr. Daniel Joggi, Präsident der ESCIF.
Manfred Sauer (Bild rechts), Gründer der Manfred-Sauer-Stiftung, präsentierte die Entstehung der Stiftung und deren Schwerpunkte.

Ziele – aus der Stiftungspräsentation: Die gemeinnützige Manfred-Sauer-Stiftung will zu einem barrierefreien Miteinander von RollstuhlfahrerInnen und FussgängerInnen beitragen. Sie wurde 2001 mit dem Motto „Leistungsbereitschaft Querschnittgelähmter fördern“ gegründet. Im Sinne des Stiftungsgedankens bedeutet Leistungsbereitschaft vor allem die Übernahme von Verantwortung für das eigene Wohlempfinden, die Gesundheit, das nähere Umfeld, aber auch für gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Es geht darum, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Für Querschnittgelähmte beginnt nach der Rehabilitation bzw. Klinikentlassung die eigentliche Konfrontation mit dem Alltag. Oft stellen sie schmerzhaft fest, dass die bisherigen Lebensinhalte und –ziele nicht mehr tragen, neue Perspektiven aber noch nicht entwickelt sind. Im lebensbejahenden Umfeld der Stiftung für alle die nach Orientierung suchen, Bewältigungsstrategien aufzeigen und die Voraussetzung für Begegnung und Interaktion von Rollstuhlfahrern und Fussgängern schaffen. Die Arbeitsbereiche der Stiftung sind dabei die Förderung des Körperbewusstseins, kluge Ernährungsweise sowie ein breit gefächertes Angebot an Betätigungsmöglichkeiten zur Entdeckung der eigenen Fähigkeiten und Neigungen.
Weitere Infos unter www.msstiftung.de

Am Donnerstag gab es ein Referat von Kevin Schultes von der Manfred-Sauer-Stiftung. Im Anschluss konnten sich die TeilnehmerInnen bei einer Führung durch die Stiftung einen Überblick über die gesamte Anlage verschaffen und einiges über die Intentionen erfahren.

Im Rahmen des Rundganges konnten auch die Produktionsstätten besichtigt werden, in denen die Urinalsysteme produziert werden. Diese Firma ist genauso Bestandteil der Manfred-Sauer-Stiftung wie auch die Firma Rolli-Moden, die sich ebenfalls unmittelbar neben dem Hauptgebäude der Stiftung befindet.

Am Nachmittag wurden die Eindrücke von der Besichtigung unter dem Vorsitz von Jane Horsewell diskutiert.

Schwerpunkt am Freitag war die Fragebogenaktion „Akutversorgung und Erstrehabilitation in den ESCIF-Mitgliedsländern“. Jane Horsewell, Vizepräsidentin der ESCIF und Betreuerin des Projektes stellt in einer Zusammenfassung die ersten Ergebnisse aus der Befragung vor. Im Anschluss daran werden in 4 Workshop-Gruppen die eigenen Erfahrungen und Aktivitäten zu diesem Thema besprochen und die Erkenntnisse im Plenum präsentiert.

Die Zusammenfassung und die Erkenntnisse aus dieser Befragungsaktion werden voraussichtlich im Juni vorliegen und ich werde in der nächsten Ausgabe von Rollstuhl aktiv ausführlich darüber berichten.

Generalversammlung der ESCIF

Nach der Gründung von ESCIF am 31. März 2006 in Nottwill fand am Donnerstag Nachmittag die 1. Generalversammlung der ESCIF statt. Dr. Daniel Joggi, der Präsident der ESCIF, führte den Vorsitz. Auf der Tagesordnung stand:

  1. Genehmigung des Protokolls der Gründungssitzung von ESCIF am 31. März 2006
  2. Genehmigung des jährlichen Berichts
    Daniel Joggi berichtet über die Treffen des Vorstandes, Aktivitäten des Sekretariats, Vorbereitung der Befragungsaktion „Akutversorgung und Erstrehabilitation, Öffnung der Webseite www.escif.org und die geplanten Aktivitäten
  3. Präsentation und Genehmigung der Buchführung
  4. Präsentation und Genehmigung des Berichts der Revisoren
  5. Wahl eines Mitgliedes in den Vorstand
    Durch den Rücktritt von Esther Paris aus Spanien war die Wahl eines neuen Mitglied in den Vorstand notwendig. Von den Delegierten wurde Winnifred Bokma-de Moes aus Holland gewählt.
  6. Wahl der Revisoren
    Als Revisor wurde die PricewaterhouseCoopers AG, Luzern gewählt.
  7. Genehmigung des Budgets 2007
  8. Aufnahme der neuen Mitglieder
    Albanien und Portugal werden neu in die ESCIF aufgenommen
  9. Allfälliges
    Von mir wurden alle Delegierten ersucht, Unterlagen über das „Design for all“ in ihren Ländern zu sammeln und zum Download auf der Webseite der ESCIF zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus fand in den Pausen und an den Abenden ein reger Erfahrungsaustausch unter den KongressteilnehmerInnen stat

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