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Treffen der Europäischen Verbände – 12. bis 14. Oktober 2005 – Nottwil, Schweiz

Die SPV (Schweizer Paraplegiker Vereinigung) als nationaler Dachverband der Querschnittgelähmten hat unter dem Motto „Mit vereinten Kräften mehr erreichen“ wurden im Herbst 2005 Organisationen aus ganz Europa, die Querschnittgelähmte vertreten, in die Schweiz eingeladen. Bei dem Kongress vom 12. bis zum 14. Oktober 2005, in Nottwil wurde dann die Idee präsentiert, eine Vereinigung mit einem europäischen Netzwerk von Beziehungen und Informationen aufzubauen. Der Verband der Querschnittgelähmten Österreichs war vom Anfang an dabei.

Motto des Kongresses: „Mit vereinten Kräften mehr erreichen“.
Ziel des Kongresses: Eine europäische Vereinigung mit einem europäischen Netzwerk von Beziehungen und Informationen aufzubauen.
Kongressort: Schweizer Paraplegiker Forschung (Guido A. Zäch Institut – GZI), Nottwil
Unterbringung: In den Hotelzimmern der Schweizer Paraplegiker Forschung – GZI

Nationale Organisationen aus 12 Ländern sind diesem Ruf gefolgt. Es nahmen VertreterInnen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Österreich (vertreten durch Maria und Manfred Schweizer und durch Ing. Hannes Wiesinger), Schottland, Spanien und selbstverständlich dem Veranstalterland Schweiz an dem Kongress teil.

TeilnehmerInnen am Kongress 2005

Verlauf des Kongresses

Mittwoch,12. Oktober 2005

Eröffnung und Begrüßung der KongressTeilnehmerInnen
durch Dr. Joggi (Bild links), Zentralpräsident der SPV und Dr. Guido A. Zäch (Bild Mitte), Ehrenpräsident der SPV
Urs Styger (Bild rechts) von der SPV übernimmt die Leitung und Moderation des Kongresses.

Zentralpräsident Dr. Daniel Joggi     Ehrenpräsident Dr. Guido A. Zäch     Moderator Urs Styger

Frau Dr. Tanja KakebeekeReferat: „Forschung – Möglichkeiten der klinischen Forschung“
Frau Dr. Tanja Kakebeeke berichtet über die derzeit laufenden Forschungen und Versuchsreihen in der Schweizer Paraplegiker Forschung

Führung: Besichtigung der Schweizer Paraplegiker Forschung
Frau Dr. Tanja Kakebeeke führt durch die Räumlichkeiten, die Labors, Seminar- und Tagungsräume. Das Forschungszentrum befindet sich unmittelbar neben dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum und wurde am 1. Oktober 2005 eröffnet.

Kennenlern-Meeting „Who is who“
Das Meeting am Abend mit Apero und Abendessen bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit für die KongressteilnehmerInnen sich näher kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

Donnerstag, 13. Oktober 2005

Dr. Thomas TrogerReferat: Organisation der Schweizer Paraplegiker Vereinigung
Dr. Troger, Direktor der SPV, beschreibt die Organisation und Zusammenhänge von Schweizer Paraplegiker-Stiftung – Paraplegiker-Vereinigung – Paraplegiker-Zentrum – Zentrum Hindernisfreies Bauen – Institut klinische Forschung – Paraplegiker-Forschung (Guido Zäch Institut)

Referate „Vorstellung der teilnehmenden Organisationen“
Die VertreterInnen der einzelnen nationalen Organisationen präsentieren ihre Organisationen und stellen ihre Arbeit und Aktivitäten dar.

Besichtigung: Rollstuhlgerechter Autobus
Auf dem Parkplatz wurde ein rollstuhlgerechter Autobus zur Besichtigung aufgestellt. Dieser ist einer der 3 Busse, welche im Eigentum der SPV stehen. Die Wartung und der Betrieb der Busse erfolgt durch ein Busunternehmen. Der Bus verfügt über eine Hebebühne beim rückwärtigen Einstieg; im hinteren Bereich ist ein WC eingebaut, welches auch für Rollstuhlfahrer erreichbar ist.

Workshops – Erfahrungsberichte

Reisen im Rollstuhl mit Komfort – Schweiz
Frau Nicole Rosset, von der SPV, schildert die Probleme bei der Organisation von Reisen mit Rollstuhlfahrern, vor allem mit den Hotelzimmern, dem Bustransfer, den Fluggesellschaften und den Ansprechpersonen

Sportverbände und Juniorenförderung – Schweiz
Ruedi Spitzli und Peter Läupi von der SPV berichten über die Zusammenarbeit mit den 27 Schweizer Rollstuhlvereinen

Berufliche Eingliederung – Im Wandel der Zeit – Schweiz
Karl Emmenegger, selbst Rollstuhlfahrer, beschreibt die 3 notwendigen Säulen, medizinische, soziale und berufliche Reha. Er beschreibt die frühe Kontaktaufnahme (ca. 14 Tage nach dem Unfall) mit dem Arbeitgeber und die ständige Begleitung von der Berufsfindung bis zur Anstellung in einem Betrieb. Derzeit kann er auf einen Pool von ca. 2000 Firmen bei der Suche nach einem Posten zurückgreifen.

Aufbau einer europäischen Paraplegiker Vereinigung – eine Utopie?
Dr. Joggi von der SPV und Dr. Koch vom SPZ beschreiben ihre Überlegungen hinsichtlich der Gründung einer „European Paraplegic Association“ und ersuchen die TeilnehmerInnen um Feedback und sich die möglichen Formen der Organisation bis zum Schluss des Kongresses zu überlegen.

Besichtigung: Schweizer Paraplegiker-Zentrum – SPZ
Urs Styger führt durch das SPZ mit seinen 140 Betten

Gemeinsames Abendessen
Weitere Möglichkeit zum Interessens- und Erfahrungsaustausch unter den KongressteilnehmerInnen.

Präsentation unseres Verbandes durch Obmann Manfred Schweizer

Freitag, 14. Oktober 2005

Erfahrungsberichte – Workshops

„Erfahrungsaustausch – Lebensqualität von Menschen mit Querschnittlähmung“ – Dänemark
Jane Horsewell, Dänemark

Nottwil aus der Flugperspektive„Vom Krankenbett zum Sportverein“ – Deutschland
Dr. Exner, Hamburg

„Innovatives Projekt – richtig mobil“ – Deutschland
Peter Richarz

„Taking control – Persönliches Budget“ – Niederlande
Dick te Winkel

„Hindernisfreies Bauen“ – Schweiz
Arch. Felix Schärer

„Parahelp – Nachstationäre Betreuung“ – Schweiz
Max Moor

Behindertengleichstellungsgesetz – „Rechtliche Situation im europäischen Vergleich“
Dr. Caroline Hess-Klein


Schlussreferat – Ausblick – Statements der teilnehmenden Organisationen

Dr. Joggi und Dr. Troger von der SPV fassen die Erkenntnisse der 3 Kongresstage zusammen.
Es folgt eine Diskussion über die möglichen Formen der Organisation einer Europäischen Paraplegiker Vereinigung und deren Einbettung in die bereits bestehenden Systeme, sowie über die Frage wer durch diese Vereinigung vertreten werden soll (nur Querschnittgelähmte ja/nein).
Alle KongressteilnehmerInnen sind sich einig, dass eine derartige Vereinigung gut und wichtig ist und wollen sich am Aufbau der Organisation beteiligen. Man kommt überein, dass eine kleine Arbeitsgruppe unter der Leitung der SPV ein Konzept ausarbeiten soll. Dieses Konzept wird dann allen TeilnehmerInnen übermittelt, damit sie es in ihren Verbänden erörtern können. Außerdem wird versucht, alle bei diesem Kongress noch nicht vertretenen Länder aufzufordern, sich ebenfalls zu beteiligen.
Zum Schluss wird als Termin für das nächste Treffen, welches wieder in Nottwil stattfinden soll, der 30. März bis zum 1. April 2006 vereinbart. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch die Organisationsform für die Europäische Vereinigung abgeklärt werden, sodass dieses Treffen die Gründungssitzung für die Vereinigung sein kann.

Zusammenfassung

Abschließend kann gesagt werden, dass dieser Kongress mit viel Engagement vom SPV, allen voran Urs Styger, optimal organisiert worden ist. So konnten die TeilnehmerInnen zum Schluss bereits eine Dokumentation mit sämtlichen Vorträgen auf CD mitnehmen.
Sämtliche TeilnehmerInnen des Kongresses waren begeistert von der Idee einer Europäischen Vereinigung um ein europaweites Netzwerk zum Informations- und Gedankenaustausch aufzubauen, um die gemeinsamen Interessen noch besser vertreten zu können.
Das Gesprächsklima war ausgezeichnet und es haben sich bereits in den Pausengesprächen eine Reihe von Kontakten ergeben, auf denen schon jetzt aufgebaut werden kann.

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