25. September 2011
Rollstuhltanzshow im "Weißen Hof"

(von Heinz Gardavsky)


Tanz, beschreibt das Lexikon, ist ein Ausdrucksmittel des Menschen mit Hilfe von Bewegungen seines Körpers und durch Gesten und Mimik seelische Vorgänge zu versinnbildlichen. Doch es ist viel mehr als das! Denn es ist schwere Arbeit und monatelanges Training, besonders dann, wenn man seine Liebe zum Turniertanz entdeckt hat.

Die Rollstuhl-Tanzgruppe "Vienna-Rolli-Dancedream" wurde im Mai 2010 ins Leben gerufen. Übungsleiter waren zwei Turniertänzer, Christa und Erich Bönisch, die einmal in der Woche das Talent von ein paar Behinderten und auch deren Begleitern zu fördern begannen. Im Zentrum für ambulante Rehabilitation in der Wehlistraße im 2. Bezirk trainierten sie hart und erfolgreich, um bei Turnieren dabei sein zu können. Im April 2011 fuhren dann drei Duo-Paare (beide Sportler sitzen im Rollstuhl) und ein Kombi-Paar nach Regensburg in Deutschland. Sie errangen die Plätze 1, 2, 3 und 7.


Da es in Österreich zurzeit noch zu wenige Teilnehmer gibt, finden auch keine nationalen Meisterschaften in unserem Land statt. Rollstuhltanz ist auch kein Bewerb bei den paralympischen Spielen, wohl aber eine IPC Meisterschaftssportart.

Im Juni 2011 feierte das Wiener Rollstuhltanzteam ihr einjähriges Jubiläum mit Showtänzen in der Schlossparkhalle in Mauerbach. Sie begeisterten die Zuseher mit Standard und Lateinamerikanischen Tänzen. Auf ihrem Flyer stand: Tanzen ist für uns ein Traum und der ist Wirklichkeit geworden.

Etwa drei Monate später wurden die Sportler, die den ganzen Sommer über trainiert hatten, im AUVA-Rehabilitationszentrum "Weißer Hof" verabschiedet, denn eine Woche später haben sie ihren großen Auftritt in Wiesbaden. Hier findet die "1. Schloß Bieber Trophy im Rollstuhltanz" statt. Zwei Stunden lang konnten sich die Zuseher vom Können der Gruppe überzeugen. Diethard Govekar, auch aktiver Turniertänzer, führte mit informativen Kommentaren durch das Programm. Er stellte alle Aktiven namentlich vor und erklärte die Regeln. Beeindruckt haben mich vor allem die Professionalität, die Outfits und die rhythmischen Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. Als Draufgabe durften wir das Können der Nationalteam-Tänzerin Sanja Vukasinovic mit ihrem Partner Peter Schaur bewundern, die zurzeit laut Moderator die weltbeste Tänzerin im Rollstuhl ist. Auch sie hat schon einige internationale Erfolge vorzuweisen.


Diethard Govekar
 

Sanja Vukasinovic und Peter Schaur

Ich bin mir sicher, dass das Team "Vienna-Rolli-Dancedream" in Deutschland seine erfolgreiche Siegesserie fortsetzten können wird und mit ein Pokalen mehr nach Österreich zurückkehrt.

Zum Abschluss möchte ich auch noch einen Aufruf an allen Rollstuhltanz Interessierten wiedergeben, die ich auf dem Flyer von Vienna-Rolli-Dancedream gelesen habe:

"Alle, die sich gerne bewegen und Interesse am Rollstuhltanz haben, ob Hobbytänzer oder Leistungssportler, ob Anfänger oder Fortgeschrittene, ob Behinderte oder Nichtbehinderte, sie alle sind herzlich willkommen und mögen sich bei uns melden."


Ehrengast der Veranstaltung war Bundesministerin a.D. Frau Maria Rauch-Kallat, Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Committees, hier bei der Verabschiedung.

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