Neueröffnung Bad Häring

(Von Manfred Schweizer)


Am 14. Oktober 2011 wurde das RZ Häring nach fünfjähriger Umbauphase wieder eröffnet. Der Verband der Querschnittgelähmten war durch Maria und Manfred Schweizer vertreten.

Generaldirektor DI Peter Vavken meinte in seinem Referat, dass die Prinzipien
  * wir sind um Sie besorgt
  * alles aus einer Hand
  * die Lebensqualität soll wieder erlangt werden
in diesem Haus auf das Beste verwirklicht worden sind. Wenn es schon die Prävention und die Unfallbehandlung nicht geschafft haben, dann soll es die Rehabilitation (medizinische, soziale, Arbeitsplatz und privates Umfeld betreffende) schaffen.
Bürgermeister Ritzer von Häring betonte, dass der Umbau nicht immer ganz im Stillen erfolgt ist. Fallweise fuhren 150 bis 200 Lkw pro Tag durch den Ort.
Dessen ungeachtet ist das RZ eine wichtige Einrichtung für die Gemeinde und die Menschen, die hier leben.
Der Landesrat für Gesundheit, Univ. Prof. DI Dr. Bernhard Tilg dankte vor allem dem ärztlichen Leiter Prim. Prof. Dr. Hans Peter Jonas und seinem Team und meinte, dass es nicht selbstverständlich ist, was hier geschehen ist.
Der LH-Stv. von Tirol Hannes Gschwentner betonte, wie wichtig diese Einrichtung mit ihren vielen Arbeitsplätzen für die Region ist. Man habe sich das gar nicht vorstellen können, wie bei laufendem Betrieb der Umbau erfolgen konnte.
BM f. Gesundheit Alois Stöger erwähnte, dass ihm schon bei seiner Arbeit in Oberösterreich die Bedeutung dieses Hauses für ganz Österreich bewusst geworden sei.
Österreich ist im Gesundheitswesen eine Weltmacht, gerade auch wegen der Leistungen, die hier erbracht werden. Im Gesundheitswesen wird nicht in den Export investiert, sondern in Leistungen, die wir in Österreich täglich benötigen.
Der ärztliche Leiter Prim. Prof. Dr. Hans Peter Jonas meinte, dass in der Rehabilitation ein derart rasanter Fortschritt stattfindet, was fast täglich neue Anforderungen mit sich bringt. Rehabilitation bedeutet für ihn "Lernen im Team". Der Umbau stand unter der Forderung des Angleichens an die anderen Häuser. "Jetzt aber haben wir die schönsten Einrichtungen und die besten Rahmenbedingungen."
Zum Schluss bedankte er sich bei den Mitarbeitern des Hauses, da sie trotz des Umbaues in ihren Leistungen keinen Abbruch getan haben.

Im Zuge dieser Feier kamen auch drei betroffene Sportler zu Wort:
Matthias Lanzinger (beinamputiert) betonte, dass das Leben anders aber nicht schlechter geworden ist. Alles habe sich geändert, auch beruflich. In Häring braucht man sich nicht verstecken, man kann herzeigen, was hier geschieht.

Josef Gasser (armamputiert) meinte, dass die Rehab der AUVA ihn nach einigen Monaten komplett umgekrempelt habe. Dieses Haus ist für ihn nach wie vor ein Jung- und Gesundbrunnen. Er wünscht sich, dass so weitergemacht wird, wie bisher.

Unser Engelbert Rangger (querschnittgelähmt), der seit 60 Jahren im Rollstuhl sitzt, hat nach seinem Unfall erfahren dürfen, dass Rollstuhlfahrer allerhand machen können, warum nicht auch er. Er gratulierte der AUVA, dass sie hier in Tirol dieses RZ gebaut hat. Der Bau ist wunderschön und praktisch.



Bereits im Frühjahr 2011 war unser Vorstandsmitglied Gernot Egger als Patient in Bad Häring. Er berichtet folgendes darüber

Am 14. 10. 2011 wurde das Rehabilitationszentrum Häring nach langer und intensiver Bauzeit feierlich neu eröffnet. An diesem Tag wurden im Rahmen eines "Tages der offenen Tür" alle zur Besichtigung des Hauses eingeladen.

Ich konnte schon im Frühjahr als Patient das neue Haus erleben und bewundern. Zum stationären Aufenthalt war ich zwei Monate im RZ Bad Häring. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Das Zimmer, das Bad und die Nasszelle, die für längere Zeit mein Zuhause waren, sind dermaßen schön, großzügig und praktisch gestaltet. In meinen kühnsten Träumen habe ich mir alles nicht so schön vorgestellt. Das Zweibettzimmer ist sehr groß und geräumig. Die zwei Betten stehen sich gegenüber und ich hatte aufgrund der Entfernung zueinander oft das Gefühl, als wäre ich allein im Raum. Damit möchte ich die Größe der Krankenzimmer beschreiben. Nach meinem Gefühl sind die Zimmer doppelt so groß wie im Altbau. Genauso das Bad und der WC-Bereich mit sehr vielen und schönen Annehmlichkeiten.

Sehr fein ist das TV-Gerät beim Bett, alles Mögliche kann man empfangen. Inländische und ausländische Sender im Radio und im Fernsehen, Internetzugang. Sowohl für die Radiosender als auch die TV Sender stehen jeweils mehr als 50 Kanäle zur Auswahl, was gerade für bettlägrige Patienten sehr angenehm ist. Wenn die zwei Bettnachbarn rücksichtsvoll sind und Kopfhörer verwenden, wird bei voller Lautstärke niemand belästigt.

Es gibt so viele, feine Sachen im Zimmer und im Bad, dass man mit der Aufzählung gar nicht fertig würde. Eineinhalb Monate hatte ich Bettruhe und konnte all diese Dinge täglich aufs Neue bewundern und bestaunen. Von den wunderbaren Einrichtungen in der Therapie wusste ich damals nur aus den Erzählungen.

Von Personal, Pflegern, Schwestern, Therapeuten, Putzfrauen und allen anderen im Haus Beschäftigten habe ich den Eindruck, sie sind mit dem neuen Haus noch tüchtiger, fleißiger und liebevoller in ihren Zuwendungen geworden, soweit dies überhaupt möglich ist.

Mit dem Tag des Aufstehens konnte ich mit der Erkundung der übrigen Räumlichkeiten beginnen. Der Andachtsraum, sehr schön gestaltet, hat mir sehr gefallen und ich konnte dort ganz in Ruhe beten, mich zurückziehen. Die Behandlungsräume, die Ordinationen, die Büros, der Empfang und das Büffet sind wunderschön. Alles viel größer, die Behandlungsräume sind deutlich mehr geworden.

Ich bestaunte die Gartenanlage, deren Entstehung ich miterleben durfte. Die Großzügigkeit und die entstehende Pracht der Anlage haben mich fasziniert. Zu beobachten, was da von einem Tag zum anderen geschah, zum Sprießen und zum Grünen gebracht wurde, zum Teil geschah das über Nacht.

Das gesamte Haus finde ich wunderschön. Den Erbauern und allen, die daran beteiligt waren, gilt meine größte Bewunderung. Dem Herrn Primar und seinem Team große Hochachtung für das Geleistete, zumal das alles neben den laufenden Aufgaben im Krankenhaus geschah.



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