Reha-Tobelbad: Nichts (be-)hindert sportlichen Wettkampf

(von Edith Ertl)

Spannender können Wettkämpfe nicht einmal bei olympischen Spielen sein: Beim großen Sportfest in der Rehabilitationsklinik Tobelbad zeigten über 100 AthletInnen mehr als respektable Leistungen.

Die Energie und Freude, die an den Austragungsplätzen frei wurde, schwappte überwältigend auf die Zuschauer über. "Lasst mich gewinnen. Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lasst es mich mutig versuchen". Und wie die Sportler um jeden Zentimeter im Speerwerfen oder Kugelstoßen, um jeden Ring beim Bogenschießen kämpften. Kraftvoll und mit schier unglaublicher Eleganz meisterten sie die Bewerbe mit Speer, Kugel, Pfeil und Bogen oder dem Tennisschläger. Wären da nicht die vielen Rollstühle und die Gewissheit, dass der Sportler nur mit einer Prothese auf eigenen Beinen steht, der Unterschied zu Athleten ohne körperliche Beeinträchtigung wäre gleich null.

Mit einem Willen aus Eisen und einer Kugel aus Stahl brachte es Georg Tischler zu olympischen Gold im Kugelstoßen. Der mehrfache Europameister, Weltrekordhalter und Behindertensportler des Jahres 2010 trat in Tobelbad an, um zu zeigen, welche Leistungen trotz des Rollstuhls möglich sind. Ein Mopedunfall im Jahr 1977 veränderte sein Leben grundlegend. Der heute fünfzigjährige Polizeibeamte ist ein Energiebündel an Motivation, mit der er punktgenau den richtigen Draht zu Menschen mit Beeinträchtigung findet.

Behinderung ist keine Krankheit, sondern eine veränderte Situation, auf die in Tobelbad bei 202 stationär aufgenommenen Patienten intensiv eingegangen wird. Das Ziel von Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal ist die Integration in das gesellschaftliche Leben. "Sport ist ein guter Wegbegleiter dazu" versichert die ärztliche Leiterin der Reha-Klinik Renate Wildburger.


... ein sportliches Shake Hands ...

Renate Wildburger und Michael Wöhrer

Zurück zur Übersicht der Artikel aus Rollstuhl Aktiv
Zurück zur V.Qu.Oe.-Startseite