Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig Preis an Mag. Gregor Demblin
(von Heinz Gardavsky)


Das Programm der Veranstaltung

Am Samstag, dem 27. November 2010, wurden in den Räumen der Technischen Universität in Wien Herrn Magister Gregor Demblin (seit 1997 Mitglied des VQÖ) der Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig Preis und Herrn Ing. Günther Ertl ein Anerkennungspreis verliehen. Es sind dies Auszeichnungen von Initiativen zur Förderung des Lebens von Menschen mit Behinderung. Die Veranstaltung wurde musikalisch durch das Vierteloktett (Ulli und Mag. Michael Krispl) begleitet.


von links: Prof.Dr. Wolfgang Zagler, Dr. Nikolaus Hartig, Dr. Maximillian Eiselsberg, Manfred Srb

Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig (1948 - 2003) meisterte ihre Behinderung nach dem Grundsatz der Selbstbestimmung im Alltag. Sie wollte dieselben Schulen, Verkehrsmittel und öffentliche Einrichtungen benützen wie alle ihre nichtbehinderten Schwestern und Brüder. Ihre Bewunderer und Freunde riefen drei Jahre nach Ihrem Tod den Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig Preis ins Leben, der Menschen verliehen wird, die sich durch besondere Ideen und Leistungen hervorgetan haben, um Menschen mit Behinderung zu einem weitgehend integrierten Leben zu verhelfen.

Mag. Gregor Demblin, seit einem Badeunfall in Griechenland im Jahre 1995 aufgrund einer Halswirbelverletzung querschnittgelähmt, studierte nach abgelegter Matura Philosophie. 2003 begann er bei einer Werbeagentur zu arbeiten und gründete die Plattform "Motary" mit dem Ziel, Menschen mit Bewegungseinschränkungen optimal in unsere Gesellschaft einzugliedern. Weiters gründete Mag. Demblin ein Beratungsunternehmen "Career Moves", wo Leute mit Einschränkungen aktiv am Arbeitsmarkt eingegliedert werden konnten. Seit 2010 arbeitet er für die Caritas. Die Möglichkeiten etwas zu bewegen sei hier besser. Er ist seit August 2009 verheiratet, das Ehepaar erwartet 2011 Zwillinge. Wir gratulieren ihm herzlich zum verdienten Erhalt des Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig Preises, der ihm vom Rechtsanwalt Dr. Maximilian Eiselsberg überreicht wurde.

Den Anerkennungspreis erhielt Ing. Günther Ertl. Seit 40 Jahren arbeitet er mit der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft visuell behinderter Verkehrsteilnehmer (ÖAVV) und anderen Österreichischen Behindertenverbänden eng zusammen. Er entwickelte akustische Ampeln, Blindenleitstreifen, taktile Handlaufinformationen; Übersichtspläne und führte alles einer Österreichischen Normierung zu. Ich persönlich kenne Herrn Ing. Günther Ertl als einen Mitbegründer des "Pencak Silat Kampfsportclubs" in Atzgersdorf. Pencak Silat entwickelte sich im 4. Jahrhundert im südostasiatischen Dschungel, wo man sich mit allen zur Verfügung stehenden Mittel gegen Mensch und Tier zu verteidigen hatte.
Ing. Ertl führt bis heute Selbstverteidigungskurse für Senioren und Behinderte durch. Jeder ist willkommen. Auch der VQÖ konnte davon schon profitieren. Bei dem Sportfest im Heim der Schulbrüder in Strebersdorf (27. bis 29. Oktober 1995) und im Zuge einer Sportwoche in Obertraun zeigte er zusammen mit seiner Gattin Maria Interessierten, dass auch eine Person im Rollstuhl sich gegen feige Angriffe zu wehren vermag. Da Ing. Ertl im November beruflich nicht in Österreich war, übernahm den Anerkennungspreis, übergeben vom Abg. z. NR a.D. Manfred Srb, sein langjähriger blinder Freund Mag. Nowak.


Nationalratsabgeordneter a.D. Manfred Srb übergibt die Preise an Mag. Gregor Demblin und Mag. Nowak

Am Ende der Feierlichkeiten wUrDen alle Anwesenden zu einem Buffet eingeladen. Da gab es Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten oder alte Freundschaften zu pflegen.

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